Lasik: Flapstabilität nach Femto-Lasik

In: Wissenschaftliche Artikel

22 Aug 2010

Lasik: Flapstabilität nach Femto-Lasik

Für viele Patienten sind die Vorteile einer Femtolasik noch nicht deutlich. Hier soll dargestellt werden, was die Femtolasik für die Stabilität der Hornhaut bedeutet.

Wenn wir die Mikrokeratomlasik mit der Femtolasik vergleichen, fällt die grundlegend unterschiedliche Form des Flaps auf. Ein Femto-Lasik-Flap ist an allen Stellen gleich dick. Die Stärke des Flaps kann der Chirurg am Femtosekundenlaser einstellen und wird in der Regel beim Intralase iFS 150 zwischen 90 und 120 ym gewählt. D.h. auch, dass der Flap an allen Stellen gleich stabil ist. Ein Mikrokeratomflap ist hingegen an den Rändern „unendlich“ dünn, in der Mitte am dicksten. Leider ist es bei der Mikrokeratomlasik nicht möglich, die Flapdicke bis auf den Mikrometer individuell zu wählen. Die gewählte Stärke hängt von der Vorliebe des Chirurgen und natürlich vom benutzten Mikrokeratom ab. In der Regel beträgt die Stärke in der Mitte beim Mikrokeratom-Lasik-Flap 120-160 mm. Je dicker der Flap umso geringer die Restdicke der Hornhaut. Femtoflaps eröffnen also die Möglichkeit, besonders gewebeschonend zu behandeln und eine größtmögliche Hornhautstabilität nach der Behadlung zu erlangen.

Vergleichen wir den Flap mit einer Tür. Während der Lasik wir diese „Tür“ geöffnet und wieder geschlossen. Die Femtolasik ermöglicht es den Flap so zu gestalten, dass er auch an den Rändern eine große Stabilität hat. Ein Türblatt, welchen an den Rändern, da wo es im Türrahmen liegt „unendlich“ dünn ist, hat gerade an dieser Stelle keine Stabilität.

So rastet also der Femtoflap in seinem „Rahmen“ sofort wieder ein was ihn gegen ein Verrutschen viel unanfälliger macht, als einen Mikrokeratomschnitt, der in seinem „Rahmen“ keine Halt findet, da er ja an den Rändern so dünn ist, dass er sich nicht abstützen kann. Auch können sich nach der Femto-Lasik zwischen Flaprand und „Flaprahmen“ wieder kollagene Verbindungen bilden, was bei der Mikrokeratomlasik so nicht möglich ist.

Jeder Patient wird vor einer Lasik sorgfältig aufgeklärt. Dazu gehört auch das Thematisieren einer möglichen Nachbehandlung. Auch wenn diese von Chirurg zu Chirurg, von Laser zu Laser, von Patient zu Patient unterschiedlich ist (meine liegt mit meinem Laser und meinen Patienten etwa bei 3%) und sehr gering ist, besteht immer die Möglichkeit einer Notwendigkeit. Der Femtoflap kann aus seinem Rahmen gelöst werden, „wiederbenutzt“ werden und auch wieder in seinen Rahmen zurückgelegt werden. Der Mikrokeratomflap kann auch wieder benutzt werden, der Rand leidet aber durch eine Nachbehandlung mitunter mehr, da er ja extrem dünn ist. Hier kann ich natürlich nur für mich sprechen und man darf nicht auf andere Chirurgen schließen, ich halte aber den Femtoflap bei einer Nachbehandlung für wesentlich stabiler und leichter zu behandeln, als einen Mikrokeratomflap. Größte Sorgfalt ist geboten, dass es bei einer Nachbehandlung nicht dazu kommt, das Deckzellen (Epithel) des Flaps unter diesen geraten. Das nennt man „Ingrowth“ und kann dazu führen, dass diese nachträglich (also eine dritte Behandlung (!)) entfernt werden müssen. Der Femtoflap besteht überall zu ca. 50% aus Hornhautgewebe, zu 50% aus Deckzellen (Epithel). Der Mikrokeratomflap hingegen besteht an den Rändern nur aus Deckzellen (Epithel). Hier ist also die Gefahr eines Ingrowths weitaus größer.

Stabilität des Flaps, Homogenität des Gewebes und Sicherheit bei der Behandlung haben mich dazu gebracht, ganz auf das Mikrokeratom zu verzichten und nur noch Lasiks mit dem Femtosekundenlaser durchzuführen.

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  • bfb: Hallo, vermute, dass Sie weitsichtig sind. Darf ich fragen, wie weitsichtig und wie steil die HH sin [...]
  • bfb: Danke für die Frage. Grundsätzlich würde ich nicht nachlasen, wenn es nicht stört. Soll heißen, [...]
  • bfb: Danke für diese wichtige Frage. Man kann unterscheiden zwischen Nachbehandlungen im ersten Jahr und [...]
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