Katarakt: Symmetrische und Asymmetrische Multifokale Intraokularlinsen für die Operation des Grauen Stars

In: Wissenschaftliche Artikel

22 Aug 2010

Katarakt: Symmetrische und Asymmetrische Multifokale Intraokularlinsen für die Operation des Grauen Stars

Mittlerweile ist die Katarakt- oder Graue-Star-Operation die wohl meist durchgeführte Operation Deutschlands (wir klammern mal Botox-Injektionen aus ;-) ). Rund eine Millionen mal pro Jahr wir der Grau Star alleine in Deutschland operiert. Früher gab es recht wenig Diskussion über das verwendete Implantat, heute hingegen sind die Möglichkeiten gewaltig. Bis heute gibt es immer noch kein Implantat, welches die natürliche Augenlinse so nachahmt, dass die Fähigkeit zum scharfen Sehen in der Nähe und in der Ferne ermöglicht wird. Die natürlich Linse erreicht dieses durch eine Flexibilität und eine Veränderung ihrer Form. Der Vorgang der Formveränderung und dadurch auch der Brechkraftveränderung nennt man Akkommodation. Es gibt also noch kein akkommodatives Linsenimplantat, welche die Eigenschaften der natürlichen Linse zu 100% nachahmt. Es gibt zwar vielversprechende Ansätze, davon auch die ersten in klinischer Anwendung, einen Durchbruch hat es aber noch nicht gegeben.

So verwendet man pseudo-akkommotative Implantate, die zwar nicht ihre Form verändern, aber trotzdem eine gewisse Multifokalität erreichen. Hierbei handelt es sich um Augenlinsen, die das Sehen sowohl in der Nähe als auch in der Ferne ermöglichen sollen. Die Multifokallinse ist so aufgebaut, dass mehrere Bilder auf die Netzhaut fallen. So kann und muß sich das Gehirn aussuchen, welches Bild „verwendet“ werden soll. Das erfordert natürlich einen intakten „Großrechner“ und möglichst zwei gute Augen, da die multifokale Linse an sich Licht „braucht“. Das kann man sich wie ein Spiegel vorstellen: die Einstärkenlinse ist ein transparenter Spiegel (natürlich mit einem UV-Filter um das Sonnenlicht zu entschärfen), die Multifokallinse ist ein Spiegel, der ringförmig aufgebaut ist in dem einige Ringe die Vergrößerung eines Schminkspiegels haben. Um hier gut zu sehen braucht man etwas mehr Licht und man muss natürlich die richtige Entfernung wählen. Multifokallinsen sind symmetrisch aufgebaut, oder sollen eine Symmetrie herstellen (es gibt auch torische Multifokallinsen, die eine Hornhautverkrümmung kompensieren sollen).

Asymmetrische multifokale Implantate machen sich das Optische Phänomen des Komas zunutze. Ein Koma kann man sich vorstellen wie ein Lichtkegel einer Taschenlampe. Das Gesehene wird zu einer Seite hin verzogen. Auch dadurch entsteht eine gewisse Multifokalität, für die ebenfalls ein intaktes „mitrechnendes“ Gehirn benötigt wird.

Wichtig ist vor allem, dass Arzt und Patient sich über Stärken und Schwächen des jeweiligen Implantates unterhalten und dieses nach den Anforderungen aussucht. UV-Filter, Gelb-Filter-Linsen etc. sollen auch besprochen werden, so dass man genau weiß, was man bekommt.

Wir haben eine Spezialsprechstunde, in der ganz individuell das richtige Implantat ausgesucht wird.

1 Response to Katarakt: Symmetrische und Asymmetrische Multifokale Intraokularlinsen für die Operation des Grauen Stars

Avatar

Sehkraft mit monofokaler, akkommodierender und multifokaler Linse bei einseitiger Katarakt (Grauer Star) - Femto Lasik Blog

November 10th, 2010 at 17:54

[...] 3. mit einer refraktiven multifokalen Linse [...]

Comment Form

Femto-Lasik Blog

Informationen aus erster Hand rund um das Thema Augenlasern, Femto-Lasik und phakorefraktive Operationen direkt vom Chirurgen Dr. Bernhard Febrer Bowen, Augentis.

Kontakt


  • bfb: Hallo, vermute, dass Sie weitsichtig sind. Darf ich fragen, wie weitsichtig und wie steil die HH sin [...]
  • bfb: Danke für die Frage. Grundsätzlich würde ich nicht nachlasen, wenn es nicht stört. Soll heißen, [...]
  • bfb: Danke für diese wichtige Frage. Man kann unterscheiden zwischen Nachbehandlungen im ersten Jahr und [...]
  • gilla: Hallo, habe mal eine Frage, ich war heute in Frankfurt und wollte meine Augen lasern lassen. Leider [...]
  • RonjaRäubertochter: Bei welchen Rest-Dioptrienwerten würden sie zu einem Nachlasern raten? [...]