Risiken einer Augenlaser-Behandlung

In: FAQ

15 Oct 2009

Ich glaube, dass jeder Patient erst einmal darüber nachdenkt, ob er durch oder nach einer Augenlaserbehandlung blind werden kann. Die Sorge ist legitim, geht es doch hier schließlich um das vermeintlich sensibelste Sinnesorgan.

Bei der Lasik wird die Krümmung der Hornhaut verändert. Das Sehen entsteht “ganz hinten” im Gehirn, wo nicht gelasert wird. Das Sehen an sich beginnt auf der Netzhaut (Retina) eine Ausstülpung des Zwischenhirns in das Auge hinein. Es handelt sich bei der Netzhaut also nicht um peripheres Nervengewebe, sondern um ein Teil des Gehirns. Weder die Netzhaut, noch der Sehnerv werden von dem Laserstrahl berührt, dessen Wirkung sich nur auf der Hornhaut beschränkt.

Risiken bei einer Lasik sind gering, aber vorhanden

Das größte Risiko einer Laserbehandlung ist sicherlich ein trockenes Auge. Das hält in der Regel zwischen 4-8 Wochen an und wird mit Benetzungstropfen behandelt.  Es ist also nicht unüblich, dass man 5-6 mal am Tag in der Woche nach der Behandlung die Benetzungstropfen benutzt. Die Frequenz nimmt dann über die folgenden Wochen ab.

Das zweitgrößte Risiko ist die Nachbehandlung (in meinen Händen, mit meinem Laser im Moment 1,8%). Wir warten nach der Laserbehandlung 12 Wochen ab, um das Ergebnis zu beurteilen. Der von uns eingesetzte Allegretto Wavelight Laser (400 Hz Blueline) ist von der amerikanischen Gesundheitsbehörde (FDA) getestet worden. Er hat im Vergleich mit anderen Lasern am besten abgeschnitten. 100% akurate Ergebnisse, 98% sehr akurate Ergebnisse. Es kann also sein, dass man nach dem Lasern immer noch eine halbe Dioptrie Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit oder Hornhautverkrümmung hat. Sollte diese stören, wird sie in einem zweiten Eingriff weggelasert. Das ist bei uns im Preis selbstverständlich inbegriffen.

Ein weiteres Risiko ist die Entzündung (etwa 1 von 1000 Behandlungen). D.h., das Gewebe reagiert mit einer Schwellung und einem Entzündungsprozess. Falls es zu einer Entzündung kommt, entscheidet der Arzt, ob stärkere Tropfen verschrieben werden, oder ob die Entzündung “weggespült” werden soll. Beim Spülen benutzt der Arzt die gleiche Kanüle wie beim Lasern. Der Deckel wird von beiden Seiten mit einer sterilen Kochsalzlösung umspült, um den Entzündungsprozess zu stoppen. Dann werden Entzündungstropfen verabreicht. Damit es nicht zu einer Entzündung kommt, geben wir während der OP schon sehr starke Entzündungstropfen (Kortison) und bitten unsere Patienten diese auch regelmäßig etwa eine Woche, 4-5 mal am Tag zu benutzen. Ich vermute dass es an dem Femto-Laser bzw. der Femto-Lasik-Technik liegt, dass wir seitdem kein Flap mehr spülen mußte. Femto-Lasik scheint also gegenüber der Mikrokeraomlasik weniger DLKs (deep lamelar keratitis) zu verursachen. Das hat uns dazu geführt, dass Mikrokeratom gänzlich aufzugeben und alle Lasiks als Femto-Lasiks durchzuführen.

Höheres Risiko bei Mikrokeratom-Behandlung

In der Literatur gibt es schwankende Angaben zu der Häufigkeit einer Infektion nach Lasik. Wir vermuten, dass es im Bereich von 1:10.000 liegt. Interessant ist, dass das Risiko einer Infektion durch Kontaktlinse ähnlich hoch sein kann.

Damit es nicht zu einer Infektion kommt, wird die Lasik als sterile Operation durchgeführt und die stärksten antibiotischen Augentropfen schon während der Lasik getropft. Jeder Patient muß dann in den Folgetagen regelmäßig antibiotische Augentropfen träufeln, um das Infektionsrisiko zu minimieren.

Es gibt noch eine Reihe von Flapkomplikationen, die mit dem Mikrokeratom verbunden sind. Da wir aber bei AUGENTIS kein Mikrokeratom mehr verwenden, sondern ausschließlich den Femtosekunden-Laser, verweise ich an die Fachliteratur.

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Informationen aus erster Hand rund um das Thema Augenlasern, Femto-Lasik und phakorefraktive Operationen direkt vom Chirurgen Dr. Bernhard Febrer Bowen, Augentis.

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