Alle Infos rund ums Augenlasern
Ich habe ja in vorangegangenen Artikeln über NACHBEHANDLUNG bei der LASIK gesprochen. Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass die Rate der nötigen Nachbehandlung mit dem Alter, höherer Ausgangswerte und höherer Hornhautverkrümmung zunimmt (Will sagen: jemand mit einem Ausgangswert von -3.5 -0.25 x 90° hat ein wesentlich niedrigeres Risiko eine Nachbehandlung nach Lasik oder Femto-Lasik zu benötigen, als jemand mit Ausgangswerten von +4.00 -4.00 x 90°).
Gehen wir mal von einem Patienten aus, wo der Augenarzt Read the rest of this entry »
In: FAQ|Hintergrundwissen
19 Jan 2012Es ist mehr als verständlich, dass man Angst hat, dass der Laser wenn man sich die Augen lasern lässt während der Behandlung einen Schaden zufügt. Interessanterweise haben Patienten Angst vor Komplikationen unmittelbar während der Lasik, wo hingegen ich als Chirurg mehr Sorge um die Zeit nach der Lasik habe (z.B. Entzündung oder Infektion).
Ich habe ja an anderer Stelle schon einmal über den Druck geschrieben, der beim Augenlasern mit dem Saugring vom Femtosekundenlaser appliziert wird. Vergleichen wir den Augendruck, den ein Femtosekundenlaser oder das Mikrokeratom im Auge durch den Saugring auslöst, Read the rest of this entry »
Der Begriff Lasik wird beim Augenlasern mit dem Augenlaser vielerorts mittlerweile synonym für die Mikrokeratomlasik verwendet. Hier macht der Augenarzt mit einer Art Rasierklinge ein feiner Einschnitt parallel in die Hornhaut. Daneben gibt es die Femto-Lasik mit dem Femtosekundenlaser, bei der der Flapp mit kleinen “Luftblasen” präpariert wird.
Ich habe mal mit Powerpoint probiert zu zeichnen, wie unterschiedlich die beiden Techniken die Form der Hornhautlamelle (Flap) präparieren. Read the rest of this entry »
Ich habe ja schon über die Marketeinführung der Mplus Linse im Juni 2009 von Oculentis, Berlin berichtet. Durch den guten Kontakt mit Familie Klemm (Firma Oculentis) war ich einer der Ersten, die dieses Linse kommerziell implantieren durften. Mit Herrn Wanders und mit Dr. Klemm hatte ich 2009 auf der ERCRS in Barcelona eingibig über das Design der Linse gesprochen, und die Idee der unterschiedlichen Stärken des Nahteils zu erörtern. Die Idee einer asymetrische Behandlung der Hornhaut durch eine Lasik oder PRK als Augenlaseroeration mit dem Augenlaser (Excimerlaser) stammt aus dem Jahre 1991. Ein deutscher Augenarzt hat damals versucht, mit Lasermasken und dem Excimerlaser eine Multifokalität auf die Hornhaut des Auges zu lasern. Leider kommt es auf der Hornhaut zu einer Rückbildung des Effektes (Regression), so dass langfristige Erfolge ausblieben. Da aber intraokulare Linsen, die bei der Kataraktoperation eingesetzt werden, sich nicht verändern, ist so ein optisches System stabil und findet in der Mplus weltweit als einzige Linse Anwendung.
Wir haben also drei Möglichkeiten, die Altersichtigkeit mit moderenen implantierbaren Linsen durch eine Grau-Star-Operation zu verbessern: Monovision, Multifokale Linse und asymetrische MPlus Linse.
Jorge Alió aus Alicante hat gerade eine Studie (Ophthalmology, Januar 2012) herausgebracht, in der er Patienten und deren Sehleistung verglichen hat, bei dem der Augenarzt etweder eine MPlus oder eine diffraktive Multifokallinse bei einer Kataraktoperation implantiert hat.
45 Patienten (83 Augen, Alter zwichen 36 und 82) wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Im Gruppe A wurden 45 Augen mit der Lentis Mplus LS-312 (Oculentis GmbH, Berlin) und in Gruppe B 38 Augen mit der diffraktiven Acri.Lisa 366D (Zeiss, Oberkochen) versorgt.
Danach wurde Fernvisus, Intermediärvisus, Nahvisus, Kontrastsehen, Aberrationen und Defocus in einer Dreimonatsperiode untersucht.
In beiden Gruppen nahm das Nah- Intermediär- und Fernsehen signifikant zu. Beide Linsen sind in der Lage, das Sehen deutlich nach einer Kataraktoperation zu verbessern. Jedoch zeigt sich, dass die MPLus bessere Ergebnisse im Intermediärbereich zeigt, dafür die Multifokallinse im Nah- und Fernbereich.
Es zeigt sich also, dass es sehr wichtig ist, dass Augenarzt und Patient sich vor einer Graue-Star-Operation genau über den Anforderungsbereich des Sehens nach einer Operation unterhalten. Es ist entscheidend herauszufinden, in welchem Bereich das beste Sehen benötigt wird, so dass es zu dem bestmöglichen Ergebnis kommt.
Ich implantiere nach Anforderung sowohl die Multifokallinse oder die MPlus. Aber auch die Monovision, entweder durch Einstärkenlinsen oder durch die Augenlaserbehandlungen mit dem Augenlaser (Lasik, Femto-Lasik, PRK, Epi-Lasik oder Lasek) stelle ich meinen Patienten zur Verfügung.
Noch immer werden in Deutschland vom Augenarzt mehr Lasiks als Mikrokeratom-Lasik als als Femto-Lasik durchgeführt. Grundsätzlich sind beide Techniken wissenschaftlich anerkannt. Es gibt aber Unterschiede, wenn wir diese beiden Techniken in puncto Sicherheit vergleichen. Bei der Mikrokeratom-Lasik fährt der Augenarzt mit einer Rasierklinge (Mikrokeratom) durch das Hornhautgewebe. Das sogenannte Mikrokeratom fährt nur bis ca. 90% durch das Gewebe, um einen Scharnier (Hinge) für das Öffnen des Flaps (Hornhautlamelle) zu lassen. Es besteht aber ein Restrisiko, dass das Mikrokeratom einen Defekt hat und der Schnitt inkomplett bleibt. Dann muß der Chirurg manuell den Flap aus dem Gerät entfernen. Meistens wird die OP dann abgebrochen und eventuell ein paar Wochen oder Monate danach wiederholt. Es besteht die Gefahr, dass der Flap und damit das Auge einen Schaden erleidet (siehe auch Tomida et al., Acta Ophthalmol Scand. 2003 Oct;81(5):530-2. LASIK complication: loss of electricity to the microkeratome during the forward pass.)
Warum also eine Mikrokeratomlasik wählen, wenn wir mit der Femto-Lasik mit dem Femtosekundenlaser diese Komplikation gänzlich ausschließen können?
Wie gerade von Minoru et al. im Journal of Refractive Surgery (Januar 2012 – Volume 28 · Issue 1: 32-36 Management and Outcomes of Suction Loss During LASIK Flap Creation With a Femtosecond Laser) veröffentlicht, kommt es beim Saugverlust beim Femtosekundenlaser (z.B. wenn der Patient sich etwas zu viel bewegt) eben nicht zu den möglichen Komplikationen einer Mikrokeratom-Lasik.
In dieser Studie wird von 71 Augen von 70 Patienten berichtet, bei der es zu einem Saugringverlust mit dem Femtosekundenlaser gekommen ist (Intra-Lase FS 60, Abbott Medical Optics Inc).
Hier wurde einfach der Saugring nochmal plaziert und die Lamelle ein zweites oder drittes mal präpariert.
Im Ergebnis : von allen Patienten, die einen zweiten oder dritten Versuch nach Saugringverlust mit dem Femtosekundenlaser brauchten erreichten 97.2% der Augen 20/20 (100%) unkorrigiert und alle (100%) 20/20 (100%) korriegiert (mit Korrektionsglas).
D.h. 100% haben ein sehr gutes Ergebnis, obwohl es zu einem Saugringverlust gekommen ist. Der Excimerlaser, der in dieser Gruppe benutzt worden ist, ist ein Wavelight Allegretto.
Ich habe mich schon vor Jahren bewußt gegen die Mikrokeratom-Lasik entschieden, habe aber tausende von Femto-Lasiks bis heute durchgeführt. Die sind zwar für die Patienten teurer, weil man dafür zwei Laser braucht. Das lohnt sich aber, wenn man kompromisslos auf Qualität und Sicherheit setzt.
Dr. med Bernhard Febrer Bowen
In: FAQ
9 Jan 2012In: FAQ|Hintergrundwissen
5 Jan 2012Bei dem von Avedro vorgestellten Verfahren handelt es sich um die Kombination von einer Lasik oder Femto-Lasik (Femtosekundenlaser) mit dem Crosslinkingverfahren. D.h., auf das Stroma wird das Riboflavin getropft, während der Flap bei einer Lasik geöffnet ist. Nachdem der Flap geschlossen wird, wird das Auge wie beim Crosslinking mit UV-Licht bestrahlt. Avedro erhofft sich davon eine höhere Gewebestabilität nach der Lasik-Operation. Theoretisch kann man das Crosslinking auch nach einer PRK einsetzen. Geistiger Vater der Behandlung ist unterem anderen Dr. med. A. John Kanellopoulos, der die ersten Zweijahresstudien auf dem ASCRS Kongress im April präsentieren wird. Gerade bei er Behandlung der Weitsichtigkeit verspricht er sich bessere Ergebnisse, da bei der Lasik für die Hyperopie (Weitsichtigkeit) im Gegensatz zu der Lasik oder Femto-Lasik bei der Myopie (Kurzsichtigkeit) es zu einer stärkeren Regression der Ergebnisse kommen kann.
Ich glaube, dass man sehr sorgfältig die Risiken eines Crosslinkings für die Routine-Lasik abwägen muß. Grundsätzlich halte ich mich gerne an den Grundsatz “if it ain´t broken, don´t fix it” oder auf deutsch: nichts verschlimmbessern. D.h., eine zusätzliche medizinische Behandlung durchzuführen, die eventuell nicht nötig ist, ist zu hinterfragen.
Sollte der Einsatz von Lasik Xtra dazu führen, dass wir nun Augen mit dem Augenlaser lasern, die wir bis jetzt von einer Behandlung ausgeschlossen haben bzw, bei denen wir eine PRK durchgeführt haben, gehen wir vielleicht ein Risiko ein, welches wir noch nicht voll und ganz übersehen. Für mich wird es spannend zu sein, ob sich Lasik Xtra für Patienten eignen, die eine hohe Weitsichtigkeit mit einer Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) aufweisen. Das wäre eine Bereicherung, da wir bei diesen Patienten oft das Augenlasern (Lasik, Lasek, PRK, Femto-Lasik) ablehnen müßen. Hier können wir aber alternative Behandlungsmethoden wie das Einsetzen von Kunstlinsen (Refraktiver Linsenaustausch, CLE, Vorderkammerlinse Cachet, Hinterkammerlinse ICL) bei Eignung des Patienten durchführen.
Eine tolle Frage, die beim letzten Infoabend in unserem Augentis-Optegra Laserzentrum in Berlin aufgekommen ist: wie kriegt der Femtolaser eigentlich die Luftblasen in das Gewebe?
Der Femto-Laser “drückt” durch kleine Gasbläschen, die ganz dich aneinander liegen, das Hornhautgewebe bei ca 110 Mikrometer auseinander. Wenn man so will, wie auf Seite 110 eines Buches, welches ca. 550 Seiten hat. Hier wird aber nicht von oben ein Loch durch die oberen Hornhaut”seiten” “gebohrt”, sondern durch eine ausgeklügelte Lasertechnik die Luftblasen in das Gewebe hineinprojiziert. Stellen wir uns zwei Laserstrahlen vor, die erst wenn sie aufeinadertreffen genug Energie aufbringen, um im Gewebe eine Gasblase entstehen zu lassen. So können wir uns vorstellen, dass die Luft- oder Gasbläschen, die die Femtolaser herstellt entstehen können, ohne dass das Gewebe darüber oder darunter “berührt” werden. Femto-Laser heißt also: Gewebe wird bei “Seite” 110 auseinandergedrückt, alle “Blätter” darüber oder darunter bleiben von der Behandlung vollkommen unberührt. Bei Youtube gibt es dazu auch ein Video von uns!
Danke für diese tolle Frage!
Der Author: Dr. med. Bernhard Febrer Bowen, Augenarzt und Ärztlicher Direktor der Augentis MVZ GmbH
Informationen aus erster Hand rund um das Thema Augenlasern, Femto-Lasik und phakorefraktive Operationen direkt vom Chirurgen Dr. Bernhard Febrer Bowen, Augentis.